13. Oktober 2019

Gemeinsam mit kleinen Schritten zum großen Ziel

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Kreativ hat sich die Bürgerinitiative (BI) „B27 raus aus Kirchheim“ dieses Motto zu Eigen gemacht und am Sonntag zum „Ampeltest-Fest“ eingeladen. „Wir freuen uns, dass die Fußgängerampel beim Lidl über die B27 endlich gebaut wurde“, sagte der erste Vorsitzende der BI, Rolf Riecker, zu den gut 60 Besuchern, die sich mit Kaffee und Kuchen stärken konnten. „Es hat fast zwei Jahre gedauert, seit dort bei einem tragischen Verkehrsunfall eine Fußgängerin ums Leben kam. Hoffentlich ist dies ein Schritt zu höherer Verkehrssicherheit.“ Riecker sieht diese Maßnahme auch „als kleinen Schritt zum großen Ziel, den Durchgangsverkehr aus Kirchheim rauszubringen“. Denn ziehe man an einer Ecke, so wackele das Verkehrsnetz an anderen Ecken. „Der Verkehrsplaner der Gemeinde bringt es auf den Punkt: Eine Lösung der vielfältigen Probleme ist erst möglich, wenn die Umgehungsstraße gebaut ist“, betonte er. Obwohl die große Politik die Gemeinde mit ihren Problemen oft übersehe, lasse die BI nicht locker und freue sich auch über kleine Erfolge. „Wir nerven so lange, bis die Umgehungsstraße gebaut ist“, versprach er.Bürgermeister Uwe Seibold sprach von einem „Mosaiksteinchen“ zur Verbesserung der Verkehrssicherheit entlang der gesamten B27. „Es stellt nun den sechsten beampelten Überweg dar,“ stellte er fest. Dennoch gleiche die Situation an der B27 einem Hase-und-Igel-Rennen, da der Verkehr ständig zunehme und damit die Gefährdungen und Beeinträchtigungen. Deshalb freue er sich, dass BI und Gemeinde an einem Strang zögen, um gemeinsam bei der Mammut-Herausforderung Schritt für Schritt vorwärts zu kommen. Seibold wies darauf hin, dass der Lärmaktionsplan vor der Verabschiedung stehe und wohl Geschwindigkeitsbegrenzungen für nahezu alle Durchgangsstraßen zu erwarten seien. Ein Paket von Maßnahmen solle dann dafür sorgen, dass der Ausweichverkehr in die angrenzenden Gebiete erschwert wird. Außerdem hofft der Rathauschef, dass die Gemeinde beim Förderprogramm „1000 Zebrastreifen“ zum Zuge kommt. Der ebenfalls eingeladene Landrat, Dr. Rainer Haas, hatte sich aus Termingründen entschuldigen lassen. Andreas Munz, Anwohner an der B27 und Mitglied der BI, verlas seine Stellungnahme. Darin skizzierte er kurz, welche umfangreichen Vorarbeiten für so eine Fußgängerampel notwendig seien. Er stellte weiter fest, dass sich keine Auffälligkeiten für Fußgänger und Radfahrer ergeben hätten und keine besonderen Unfallhäufigkeiten und Gefahrensituationen in den letzten Jahren festgestellt worden seien. Im Übrigen sei ja das Landratsamt nicht für eine Umgehungsstraße zuständig. Er setze sich schon seit Jahren für den Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes ein. Dass die Gefährlichkeit einer Straße an der Zahl der Unfälle und Verkehrstoten gemessen werde, stimme ihn als Familienvater sehr traurig, ergänzte Andreas Munz. Die Förderung des Nahverkehrs und der Radfahrer finde er gut, aber das könne Kirchheim nur wenig entlasten. Denn wer die Bahn nutzen wolle, müsse durch Kirchheim durch auf den Bahnhof gelangen. Zwar habe die Ampelanlage zwei Jahre gedauert und die Umgehungsstraße werde deutlich länger dauern. „Aber wir bleiben am Ball und kämpfen für diese nachhaltige Lösung“, sagte er unter dem kräftigen Beifall aller Besucher.

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